Archiv der Kategorie 'BAK Shalom'

Vortrag in Leipzig zu Antisemitismus und Antiziganismus

Obgleich in der Geschichte der antisemitischen und antiziganischen Gewalt zahlreiche Gemeinsamkeiten zu konstatieren sind, die ihren Höhepunkt und zugleich ihr Ende in der nationalsozialistischen Vernichtungspraxis fanden, fristet die Kritik des Antiziganismus bis heute bestenfalls ein Schattendasein. Doch auch für den Antisemitismus lassen sich eklatante Schwächen der Kritik feststellen, die in subjektivistischen oder objektivistischen Vereinseitigungen ihren Ausdruck finden. Entweder wird die individuelle Freiheit hypostasiert und dabei die objektive Unfreiheit des gesellschaftlichen Zusammenhangs ausgeblendet. Oder aber der kritische Begriff der Totalität wird als ein analytischer verklärt, die wie auch immer begrenzte Freiheit der Individuen negiert und Antisemitismus und Antiziganismus somit als gesellschaftlich determiniert rationalisiert.

Dagegen sollen Antisemitismus und Antiziganismus im Vortrag als einander komplementäre Momente eines gesellschaftlichen Zusammenhangs begriffen werden, der sich gerade durch die individuelle Freiheit hindurch reproduziert, also auf die Zustimmung der Individuen zur Herrschaft baut. Beide sollen somit als bestimmte Formen wie sich Individuen unter Bedingungen der Herrschaft freiwillig vergesellschaften und vergesellschaftet werden, als bestimmte Formen negativer Vergesellschaftung gefasst werden und die Dichotomie von Subjektivismus und Objektivismus darin eine Aufhebung finden. Im Vortrag wird es daher nicht darum gehen, Antisemitismus und Antiziganismus als isolierte Phänomene zu betrachten und einen äußerlichen Vergleich anzustellen. Vielmehr ist es das Ziel, beide als Prototypen moderner Vergesellschaftung kenntlich zu machen und zumindest fragmentarisch anzudeuten, wie sie gewissermaßen den Schlüssel für eine Kritik der Gesellschaft in ihrem durch die Individuen affirmierten Zerfall, ihrer Irrationalität und ihrem destruktiven Potential darstellen.

Vortrag und Diskussion mit Nico Bobka
02.03.2012 | 20 Uhr
linXXnet | Bornaische Straße 3d | 04277 Leipzig

BAK Shalom: Gegen Solidarität mit Unterdrückung!

Einige Bundestagsabgeordnete von DIE LINKE haben einen Aufruf mit dem Titel „Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!“ unterzeichnet. Im Aufruf heißt es unter anderem:

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Einführung in die Kritik des Antiamerikanismus als MP3

Hier findet ihr sowohl den Vortrag von Sebastian Voigt vom 16.04.2011 als auch die anschließende Diskussion als MP3. Die Diskussion hat leider eine nicht so überragende Qualität, ist aber dennoch brauchbar.

  • Kritik in die Einführung des Antiamerikanismus
    MP3, 39MB, 1:08h, Anhören und Download
  • Diskussion im Nachgang
    MP3, 13MB, 0:23h, Anhören und Download
  • Hetze auf Veranstaltung mit Bundestagsabgeordneten

    Über das Bedürfnis Israel auszulöschen konnte unlängst Hanin Zoabi, Knessetabgeordnete, völlig ungestört auf einer Veranstaltung der nationalbolschewistischen Zeitung junge Welt und der beiden MdBs Annette Groth und Inge Höger sprechen.

    Bericht der Veranstaltung und eine Stellungnahme gibt’s beim BAK Shalom.

    BAK Shalom Treffen & Veranstaltung zur Einführung in die Kritik des Antiamerikanismus

    Vom 15. bis 17. April wird in Leipzig im linXXnet des Bundestreffen des BAK Shalom stattfinden.

    Am Samstag, dem 16. April, wird zudem eine Veranstaltung von BAK Shalom & LAK Shalom Sachsen stattfinden:

    Einführung in die Kritik des Antiamerikanismus – Vortrag und Diskussion | 16.04.2011 | Leipzig

    In Europa ist die politische und gesellschaftliche Besonderheit Amerikas bis heute kaum verstanden worden. Dies ist einer der Gründe für den weit verbreiteten Antiamerikanismus, der eine jahrhundertlange Tradition besitzt. Wie die Auseinandersetzung um den Irakkrieg zeigt, ist die Abneigung gegen Amerika abhängig von der politischen Entwicklung. Dies ist aber keineswegs als Erklärung ausreichend. Im Vortrag soll deshalb die geschichtliche Entstehung und Entwicklung des Antiamerikanismus beleuchtet werden.

    Entgegen einer weit verbreiteten Sicht war Amerika historisch oft der einzige Fluchtpunkt für politisch Verfolgte. Außerdem bot es für Millionen Einwanderer, die einer schlechten wirtschaftlichen Situation zu entfliehen suchten, die Möglichkeit eines Neuanfangs.

    Aufgrund der bis heute anhaltenden Einwanderung haben sich politische Strukturen herausgebildet, die Amerika als Nationalstaat von den europäischen unterscheidet. Hierzu gehört auch ein Verständnis der Staatsbürgerschaft, das immer wieder neu aushandeln muss, was es bedeutet „Amerikaner zu sein“.

    Der Referent Sebastian Voigt ist Mitarbeiter am Simon-Dubnow-Institut. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. bei der Ideengeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika und der Geschichte des modernen Antisemitismus und Antiamerikanismus.

    16.04.2011, 18 Uhr
    liXXnet, Bornaische Straße 3d
    04277 Leipzig

    Vortrag „Feindbild Islam?“ als MP3

    Der Bundesarbeitskreis Shalom hat von seiner Veranstaltung unter dem Titel „Feindbild Islam?“ freundlicherweise einen Mitschnitt zur Verfügung gestellt. Diesen findet ihr hier auf der Website des BAK Shalom.

    Ist Kritik an der heutigen Politik Israels antisemitisch?

    Innerhalb der Partei Die LINKE gibt es ein Netzwerk von Mitgliedern, das gezielt an der Demontage linker Positionen arbeitet und zu dem Spektrum der sogenannten „Antideutschen“ gehört. Die „Antideutschen“ sind eine nach der Wiedervereinigung aus der radikalen Linken hervorgegangene Strömung, die angesichts einer Welle fremdenfeindlicher Gewalt und eines erstarkten Nationalismus eine Art Vierten Reiches befürchtete. Antisemitismus sei den Deutschen wesentlich und daher als Hauptwiderspruch zu begreifen. Als Gegenentwurf bezieht man sich auf die antideutsche Koalition der Alliierten im Zweiten Weltkrieg und auf den Staat Israel als Konsequenz aus dem Holocaust. Dies führte zu ungewohnten Bildern: „Linksradikale“ liefen nun auf einmal mit USA-Fahnen auf Demonstrationen herum und forderten unbedingte Solidarität mit Israel ein. So konnten wir Mitte März in diversen Zeitungen und Onlineportalen lesen.

    Ein Thema worüber im sächsischen Jugendverband der LINKEN genau wie innerhalb der Partei DIE LINKE gestritten wird. Deshalb haben wir uns entschieden, am 30.April 2010 um 18 Uhr im Görlitzer Büro der LINKEN einen Red Infopoint zu diesem Thema durchzuführen. Dafür haben wir Referent_innen aus Dresden eingeladen, die uns ihre jeweiligen Standpunkte näher bringen wollen. Nach den Eingangsstatements wird es sicherlich eine interessante und spannende Diskussion geben.

    Alle interessierten GenossInnen und SympathisantInnen sind herzlich eingeladen.

    Grundsatzerklärung des BAK Shalom

    Die Gründung einer Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus innerhalb des Jugendverbandes Linksjugend [’solid] ist seit langem überfällig. Die Linke in Deutschland hat diese Themen nie als zentralen Bestandteil ihrer Gesellschaftskritik gesehen.
    Die Entwicklungen der letzten Jahre, besonders nach den islamistischen Anschlägen in New York City am 11. September 2001, haben die Virulenz deutlich werden lassen, sich genau mit den Themen unseres Bundesarbeitskreises zu beschäftigen. Entgegen ihrer Selbsteinschätzung war die Linke nie gefeit vor regressivem Denken.

    Gesamtgesellschaftlich gibt es einen erschreckend hohen Prozentsatz an antisemitisch eingestellten Personen aus allen politischen Lagern und in der Mitte der Gesellschaft. Der Antisemitismus ist eine Ideologie, die aus einer kapitalistisch strukturierten Gesellschaft entsteht. Er bietet eine ideologische Welterklärung und erfüllt das Bedürfnis nach einfachen Antworten. Die komplexen, abstrakten kapitalistischen Verhältnisse werden personifiziert und die Juden als individuell Verantwortliche für die Verwerfungen der Moderne ausgemacht.

    Die Personifizierung zeigt sich beispielsweise in den Kampagnen gegen so genannte „Heuschrecken.“ Nicht zuletzt in der Linken und im gewerkschaftlichen Spektrum wird auf diese Weise gegen das Finanzkapital gewettert. Dies verkennt die widersprüchliche Totalität kapitalistischer Vergesellschaftung und zerreißt den Zusammenhang zwischen Produktions- und Zirkulationssphäre, was an die Trennung zwischen „raffendem“ und „schaffendem“ Kapital erinnert, die von den Nationalsozialisten vorgenommen wurde. Derartigen Tendenzen innerhalb der Linken ist entschieden entgegen zu treten.

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