Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Unsere Eindrücke vom diesjährigen #KeinQudsTag

Mit einer starken Truppe sind auch wir aus Sachsen zur Kundgebung des Antifaschistisches Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag gefahren, um gegen die jährlich aufmarschierenden antisemitischen Freund*innen der Hamas und den Anhänger*innen des iranischen Regimes zu protestieren.

Die offizielle Zahl der Berliner Polizei geht von circa 600 Teilnehmer*innen aus, das AJC Berlin sprach von 800. Das dürfte dem üblichem Mobipotenzial der Organisator*innen entsprechen.

Die Berliner Polizei untersagte es dieses Jahr den Teilnehmenden der Al-Quds-Demonstration, Zeichen der Hisbollah zu zeigen, trotzdem wurden über Twitter mehrere Fälle dokumentiert, auf der Teilnehmende der Demo diese Zeichen offen trugen (https://twitter.com/jfda_ev/status/749298590997180417). Auch kam es wieder zu »Kindermörder Israel« und »Zionisten sind Faschisten«-Rufen (https://twitter.com/freddy2805/status/749242988623237121 | https://www.youtube.com/watch?v=UTMIJ2jHY30).

Im Anschluss an die Kundgebung des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag machten wir uns mit einigen Genoss*innen noch auf den Weg durch die Berliner Seitenstraßen, um erneut lautstark in Hör- und Sichtweite unseren Protest kundzutun. Dies gelang uns an diesem Tag noch mehrfach. Dabei kam es leider auch in diesem Jahr dazu, dass die Berliner Polizei das Zeigen der israelischen Fahne unterbinden wollte, da dies eine Provokation darstelle und zur Eskalation beitragen würde.

Für nächstes Jahr fordern wir ein komplettes Verbot dieses antisemitischem Aufmarsches! Falls die Berliner Verwaltung sich nicht im Stande sieht, dieses zu vollziehen, gibt es auch andere Mittel, diesen Aufmarsch zu verhindern. ;)

‪#‎KeinQudsMarsch‬

LAK Shalom Sachsen unterstützt Protest gegen den Al Quds-Tag 2016

Wir als Landesarbeitskreis Shalom in der Linksjugend [’solid] Sachsen rufen dazu auf, zahlreich an der Kundgebung des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag 2016 am 2. Juli teilzunehmen. Start der Veranstaltung ist 13:30 Uhr am Adenauerplatz im Bezirk Charlottenburg. Save the date!

Kein Al Quds-Marsch 2016!
Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus!

Aufruf des Antifaschistischen Berliner
Bündnis gegen den Al Quds-Tag 2016:
Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus –
20 Jahre Al Quds-Tag sind 20 Jahre zu viel!

Seit 20 Jahren findet jedes Jahr zum Ende des Ramadan der internationale Quds-Marsch auch in Berlin statt. In diesem Jahr werfen die Verstrickungen der Antisemit*innen rund um den Al Quds-Tag bereits im Vorfeld ihre Schatten: Bei einem vom „Refugee Club Impulse“ (RCI) mitorganisierten so genannten „Karneval der Geflüchteten“ lief ein Block mit, der von „F.O.R. Palestine“ („For One State and Return in Palestine“), dem Berliner Ableger der antisemitischen internationalen BDS Kampagne („Boykott, Desinvestition, Sanktionen“) und ihrem gewalttätigen Umfeld getragen wurde. Die „Intifada!“-Rufe sind mittlerweile immer zu hören, wenn diese Gruppierungen auf die Straße gehen.
Die Verantwortlichen vom RCI sind keine Unbekannten: Während Mitbegründer Ahmed Shah unter anderem die Hizbollah als „Stimme der Unterdrückten“ feiert und die Intifada in Form eines Theaterstückes in die Klassenzimmer trug, sind die künstlerische Leiterin Nadia Grassmann und die pädagogische Leiterin Maryam Grassmann seit Jahren aktiv am Quds-Marsch beteiligt. Hauptorganisator ist ihr Vater, Jürgen Grassmann, der 2012 auf einer Veranstaltung des neurechten Querfront-Magazines „Compact“ mit Jürgen Elsässer das Podium teilte. Halbgare Distanzierungsversuche auf der Pressekonferenz des RCI, bei der die Hizbollah als „umstritten“ verharmlost oder das Tragen von deren Symbolik als „Leichtsinn“ abgetan wurde, wie es Maryam Grassmann gegenüber der Berliner Morgenpost tat, sind ebenso lächerlich wie die Idee, dass der Antisemitismus der Beteiligten keinen Einfluss auf ihre Arbeit mit Geflüchteten hätte. Im Gegenteil: Shahs theaterpädagogische Arbeit wurde bereits in der Vergangenheit von Expert*innen des Netzwerks „Task Force: Education on Antisemitism“ deutlich verurteilt. Man kam zu dem Ergebnis, dass das Theaterprojekt bei der Zielgruppe „antisemitische Stereotype reproduziere und diese so bei den Jugendlichen verfestige, statt sie zu dekonstruieren“. Der Widerspruch, gleichzeitig Geflüchtete und die Hizbollah zu unterstützen, die durch ihre Beteiligung am syrischen Bürgerkrieg im Interesse des iranischen Regimes selbst ein Grund für die Flucht vieler Menschen ist, wird von den Beteiligten ignoriert.
Der RCI wurde für einen „Sonderpreis für kulturelle Projekte mit Flüchtlingen“ nominiert, mittlerweile wurde diese Nominierung zurückgezogen, denn auch der Senat möchte das Projekt nicht weiter unterstützen. Dass es überhaupt so weit kam, ist jedoch symbolisch für den ignoranten Umgang mit antisemitischen Umtrieben in Berlin. Wer Menschen wie Ahmed Shah und den Grassmann-Schwestern Raum gibt, darf sich sicher sein, dass dieser mit Antisemitismus gefüllt wird.
Diese Zusammenrottung antisemitischer Akteur*innen ist nicht überraschend – die Akzeptanz und das Schweigen darüber sind wie die Instrumentalisierung von notwendiger und wichtiger Arbeit für Geflüchtete hingegen untragbar. In diesem Jahr heißt es, gegen den Quds-Tag auf die Straße zu gehen und damit auch gegen all die antisemitischen Zusammenschlüsse zu kämpfen, die das Jahr über anderenorts agieren!

20 Jahre in Berlin: die Bedeutung des antisemitischen Al Quds-Tages

1979 von Ayatollah Khomeini, dem religiösen Führer der Islamischen Revolution im Iran, eingeführt, ist der Al Quds-Tag (Quds = arabisch für Jerusalem) ein weltweiter politischer Kampftag für die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels. In Berlin feiert man dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum, der deutsche Ableger demonstrierte bis 1995 in Bonn, seit 1996 verlagerten sich die Proteste in die neue Hauptstadt. Er wird nicht nur als Tag des Widerstandes gegen Israel verstanden. Mit der Forderung, dass „die Unterdrückten“ sich ausgerechnet gegen den jüdischen Staat zur Wehr setzen sollen, steht der Al Quds-Tag in erster Linie in einer antisemitischen Tradition. Die Idee einer „jüdischen Weltverschwörung“, die für alle Übel der Welt verantwortlich sein soll, war bereits zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie. So kann die deutsch-iranische Kollaboration in den 30er und 40er Jahren auch kaum verwundern: Sie reichte von, für die arabisch und persisch sprechenden Zuhörer*innen zugeschnittener NS-Radiopropaganda bis hin zu florierenden Handelsbeziehungen, dabei ging beispielsweise fast die Hälfte der iranischen Exportgüter nach Deutschland.

Für die Islamische Republik Iran ist antisemitisches Verschwörungsdenken und Hass auf die Moderne seit der Gründung im Jahr 1979 der Dreh- und Angelpunkt der islamistischen Ideologie. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass unmittelbar nach der gewaltsamen islamischen Revolution der Quds-Marsch eingeführt wurde. Man glaubt an die eigene Überlegenheit, bekämpft ‚Andersgläubige‘ und verteufelt den Westen und individuelle Freiheiten. In diesem Denken stellen Jüdinnen*Juden die Personifizierung der Moderne dar, weswegen der Hass auf Israel und die Leugnung der Shoah ein tragendes Element der iranischen Führung bilden. Diese „weltanschauliche Botschaft“ beschränkt sich nicht auf den Iran, sondern soll laut iranischer Verfassung, in der man die „Ausbreitung der Herrschaft des Gottesgesetzes auf Erden“ fordert, auch exportiert werden. Der Antisemitismus des islamistischen Regimes wird immer wieder offen zur Schau getragen und so führte der oberste Rechtsgelehrte Ali Khamenei ausgerechnet am 9. November 2014 in neun Punkten aus, auf welche Weise Israel eliminiert werden müsse. Dazu gehört die Bewaffnung der Westbank nach dem Vorbild des Gaza-Streifens, ein Unterfangen bei dem der Iran seit 1979 ganz vorne mit dabei ist. Zusätzlich finanziert der Iran islamistischen Terror weltweit, so zum Beispiel die Hizbollah und die Hamas. Durch die militärische Unterstützung für Assad in Syrien starben Hunderttausende – und Millionen Menschen sind auf der Flucht.
Den Nuklear-Deal feierte Ali Khamenei im September 2015 mit den Worten „Israel wird die nächsten 25 Jahre nicht mehr erleben“ und auf Twitter verkündete er: „Bis dahin werden wir kämpfen, heroisch und mit der Moral des Jihad, um den Zionisten keinen Moment der Ruhe zu lassen“. Anfang März testete Rohanis Verteidigungsministerium zuletzt Mittelstreckenraketen mit der hebräischen und persischen Aufschrift „Israel muss ausgelöscht werden“. Erst Ende Mai wurde die Vernichtungsdrohung wieder einmal erneuert: „Wir können Israel in weniger als acht Minuten auslöschen“ erklärte ein hochrangiger Militärkommandeur. Die iranische Führung stellt auch weiterhin den Holocaust in Abrede und präsentiert Holocaust-Leugner*innen als Verteidiger*innen der Meinungsfreiheit wie beispielsweise beim Holocaust Cartoon Wettbewerb, der am 14.5.2016, nicht zufällig zum Jahrestag der Gründung Israels, eröffnet wurde.

Aber damit nicht genug: Seit der islamischen Revolution 1979 wird die eigene Bevölkerung terrorisiert, Frauen* werden brutal unterdrückt und es gibt Sittenwächter, die das korrekte Tragen des Kopftuchs kontrollieren. Homosexualität steht unter Todesstrafe, nicht selten sind unter den Gehängten Minderjährige. Gewerkschafter*innen, Menschenrechtsaktivist*innen, Angehörige religiöser und anderer Minderheiten wie z.B. die Bahai und Jesid*innen werden bedroht, politische Gegner*innen werden inhaftiert und Folter ist noch immer an der Tagesordnung.
Präsident Hassan Rohani ist im Gegensatz zur öffentlichen Darstellung, die etabliert wurde, um den Atom-Deal durchzusetzen, kein „moderater Hoffnungsträger“, sondern das freundliche Gesicht des Terrors. Seit Beginn seiner Präsidentschaft werden im Iran deutlich mehr Menschen hingerichtet als unter seinem Vorgänger Ahmadinejad. So gab es im letzten Jahr laut Amnesty International mindestens 977 Hinrichtungen, dies ist weltweit die höchste Zahl an Hinrichtungen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.
Auch hier in Berlin ist man ganz auf der Linie des iranischen Regimes, die Organisator*innen des Quds-Tages kommen aus dem Umfeld der Hizbollah und die Redner*innen decken das weite Feld des Israelhasses ab: von dem linken selbsternannten „Journalisten“ Martin Lejeune und dem Truther Christoph Hörstel, über die antizionistische Sekte „Neturei Karta“, bis hin zu Vertreter*innen der AKP-nahen BIG-Partei oder der UISAE (Union of Islamic Student Associations in Europe). Unter Bildern von Khomeini und den Flaggen der Hizbollah und Palästinas tragen Jahr für Jahr Menschen ihren Antisemitismus und Hass auf Israel auf die Straße.

Deutschland, deine Antisemit*innen!

Im Jahr 2015 wurden von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) 401 antisemitische Vorfälle in Berlin gezählt, was mehr als ein antisemitischer Angriff pro Tag ist und davon bereits die Fälle ausgenommen, die weder bei der Polizei noch bei RIAS gemeldet wurden. Deutschland hat ein Antisemitismus-Problem, das weder erst seit gestern besteht noch importiert wurde. Der deutsche Antisemitismus fand seinen Höhepunkt mit der Shoa, dem Mord an sechs Millionen Jüdinnen*Juden. Heute lebt er in anderen Gewändern fort und ist in Deutschland, trotz seiner vorgeblichen Tabuisierung, noch immer brandgefährlich.
Die Schändungen jüdischer Friedhöfe, die Leugnung oder Relativierung der Shoa, verbale und körperliche Angriffe auf Jüdinnen*Juden oder auf Personen, die von Antisemit*innen als diese ausgemacht werden, all das ist deutscher Alltag.
Dass dabei oftmals versucht wird, den eigenen Antisemitismus zu verschleiern, indem man statt vom Judentum von Israel und statt von Jüdinnen*Juden von Zionist*innen spricht, ist nur ein weiterer Beleg für die gesellschaftliche Akzeptanz des Antisemitismus – zumindest, solange er sich als vermeintliches Eintreten für die Menschenrechte tarnt. Wo jedoch von „zionistische(n) Lobby-Gruppen und ihre(n) Millionen-Budgets“ gesprochen wird oder „Zeitungen und ihre Hetzkampagnen“ erdacht werden, wie im Aufruf zur diesjährigen Nakbatag-Demonstration, bedient man das uralte antijüdische Klischee vom hinterhältigen, welt-, medien- und finanzmarktbeherrschenden Juden.
Damit findet man auch an anderer Stelle schnell Freund*innen, und es verwundert nicht, dass in der Querfront der Schulterschluss für linke und (neu-)rechte Antisemit*innen möglich wurde. Dieses Denken wohnt jedoch nicht nur den für Verschwörungstheorien anfälligen Mahnwachen und Friedensdemonstrationen inne, sondern ist fest im Denken vieler Deutscher verankert, der gemeinsame Nenner liegt, in guter deutscher Tradition, im Antisemitismus, in der Feindschaft gegenüber Israel, respektive allem Jüdischen oder was als solches identifiziert wird.
Ob im Antiamerikanismus als pauschale Feindschaft gegen Globalisierung und Moderne oder in einer ressentimentgeladenen, verschwörungsideologischen „Kritik“ gegen beispielsweise die Familie Rothschild oder die FED (Federal Reserve Bank) als angebliche Lenker*innen und Gewinner*innen des Kapitalismus: das Feindbild der Querfront bleibt die Moderne.
Auch beim rechts-nationalistischen Umfeld von AfD, Pegida und Co. ebenso wie bei organisierten Neonazis werden die Rothschilds bemüht, wenn es darum geht zu erklären, wer hinter einer herbei fantasierten „Unterwanderung der Gesellschaft“ durch Geflüchtete steckt. Und obwohl man selbst im eigenen rassistischen Kampf gegen den Islam, auch im Judentum verankerte religiöse Pflichten wie die Beschneidung oder das rituelle Schächte verbieten möchte, versucht die AfD immer wieder, das Judentum und den Kampf gegen Antisemitismus zu instrumentalisieren. Während man also in der AfD den Kampf gegen Antisemitismus unter Muslimas*Muslimen nur aus einer rassistischen Motivation heraus führt, leugnet und versteckt man den eigenen Antisemitismus, der als fester Bestandteil in ihrem Deutschtum verankert ist. Der von Björn Höcke erklärte „Antagonismus“ von Christentum und Judentum passt dann nicht mehr zum gegen den Islam in Anschlag gebrachten, angeblichen „christlich-jüdischen Abendland“.
Doch auch die extreme Rechte, beispielsweise die Partei „Die Rechte“, die aus der verbotenen, militanten Nazikameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ hervorgegangen ist, verbreitet weiter ihre antisemitische Hetze. So betreibt Michael Brück neben seinen Aktivitäten im Dortmunder Stadtrat unter der Domain Antisem.it einen Onlineshop, sein Vorgänger bis 2015, Dennis Giemsch, forderte im Stadtrat die Zählung aller in Dortmund ansässigen Jüdinnen*Juden. Hakenkreuzschmierereien auf jüdischen Grabsteinen oder an jüdischen Institutionen sind neben körperlichen Übergriffen derweil tragische Normalität.
Auf außenpolitischer Ebene brüstet sich das deutsche Auswärtige Amt auf seiner Homepage damit, dass die Handelsbeziehungen mit dem Iran traditionell eng und „ca. 30 Prozent der industriellen Infrastruktur in Iran […] aus deutscher Produktion“ seien. Man ist „optimistisch, dass der bilaterale Handel bald wieder an Fahrt gewinnt“ seit die Sanktionen gegen das iranische Regime Anfang 2016 aufgehoben wurden. Der Grund für die Sanktionen war der Versuch Teherans sich atomar zu bewaffnen, das Kräfteverhältnis im Nahen Osten zu eigenen Gunsten zu verschieben und Israel einer ständigen Bedrohung auszusetzen.
Und während der Iran weiter an die Hizbollah liefert und unermüdlich die Menschenrechte mit Füßen tritt, kümmert sich die Bundesregierung lieber darum, wie die Felder unter dem islamistischen Despoten Ali Khamenei besser bestellt werden können und treibt eine Agrar-Kooperation weiter voran. Es scheint so, als hätte die Bundesregierung die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran herbeigesehnt, um den Handel endlich wieder ausbauen zu können, koste es was wolle, sei es auch durch die Unterstützung eines nach Vernichtung strebenden antisemitischen Regimes, hierdurch wird Merkels „Staatsräson“ als Worthülse enttarnt.
Das alles lässt keinerlei Zweifel am antisemitischen Normalzustand in Deutschland, getragen von allen Teilen der Gesellschaft, als nach wie vor verbindendes Element der deutschen Ideologie.

Konsequenter Antifaschismus: immer und überall!

Der Kampf gegen diesen deutschen Normalzustand ist für uns als Antifaschist*innen nicht verhandelbar. Nicht nur am Al Quds-Tag, sondern auch an jedem anderen Tag des Jahres gilt es, sich jeglicher Form von Antisemitismus und Antizionismus entgegenzustellen. Antifaschismus bedeutet einzustehen für das Selbstverteidigungsrecht des Schutzraums von Jüdinnen*Juden, bedeutet Solidarität mit Israel gegen die tagtäglichen Vernichtungsdrohungen. Es gilt, eine emanzipatorische Kritik am politischen Islam und seinen Vertreter*innen zu formulieren. Ebenso an den Kooperationen mit diktatorischen Regimen wie dem Iran, an islamistischer Agitation in Deutschland und Europa, am Terror von Hamas, Hizbollah und dem so genannten Islamischen Staat. Antifaschismus heißt auch, sich all dem in den Weg zu stellen, ohne scheinheilige Zurückhaltung im Sinne einer angeblich größeren linken Sache. Dabei stehen wir ebenso an der Seite der Verfolgten und der Opfer des politischen Islam und der islamistischen Regime, die vor Ort ihr Leben für Menschenrechte und Meinungsfreiheit riskieren wie an der Seite derjenigen, die vor Unterdrückung und Terror nach Deutschland geflohen sind.
Solidarität mit Geflüchteten geht auch ohne die Vereinnahmung ihrer Kämpfe für antisemitische Hetze und ist besonders notwendig zu einer Zeit, in der bei Pegida und dem Rest des völkischen Mobs die rassistische Ideologie immer unverhohlener zu Tage tritt, in der Geflüchtetenunterkünfte brennen und die AfD in mittlerweile acht Landesparlamenten und dem Europaparlament vertreten ist. Egal aus welcher Ecke sie kamen – im Antisemitismus vereinen sich die reaktionären Kräfte und gehen auf in ihrer deutschen Ideologie.
Deutschland ist nicht die Lösung, Deutschland ist und bleibt das Problem und es gilt, dem rassistischen und antisemitischen Normalzustand den Kampf anzusagen.

In diesem Sinne:
Solidarität mit den von Antisemitismus Betroffenen!
Solidarität mit allen Geflüchteten!
Solidarität mit den emanzipatorischen Kräften im Iran!
Solidarität mit Israel!
Nieder mit Deutschland und seinen Antisemit*innen!
Nieder mit dem Patriarchat und LGBTIQ*-Feindlichkeit!
Nieder mit dem Holocaust-Leugner-Regime im Iran!
Nieder mit dem Al Quds-Tag!

Quelle: http://noalquds.blogsport.de/aufruf/

Es ist 5 vor Schandfrieden – Vortrag von Anne Helm in der WirAG

Im Vorfeld des 13. Februar konnte die AG Shalom und die Linksjugend DD die seit letztem Wochenende frisch gewählte Berliner Abgeordnetenhaus-Kandidatin1 Anne Helm aka @SeeroiberJenny begrüßen. Alljährlich wird dieses Datum von Neonazis bis weit hinein in die ‚Mitte‘ genutzt den deutschen Opfermythos heraufzubeschwören und neu zu konstituieren. Darum konzentrierte sich Anne in ihren Ausführungen vor allem auf aktuellere verschwörungsideologische Geschichtsrevisionismen und deren Genese, wobei grundlegende Konstruktionsmerkmale von Verschwörungstheorien natürlich nicht außen vor blieben und vorangestellt wurden. Enjoy it!

Zum Vortrag aufs Bild klicken:

Anne Helm am 07.02.2016 in Dresden

  1. DIE LINKE. Berlin auf Twitter [zurück]

Vortrag in Leipzig zu Antisemitismus und Antiziganismus

Obgleich in der Geschichte der antisemitischen und antiziganischen Gewalt zahlreiche Gemeinsamkeiten zu konstatieren sind, die ihren Höhepunkt und zugleich ihr Ende in der nationalsozialistischen Vernichtungspraxis fanden, fristet die Kritik des Antiziganismus bis heute bestenfalls ein Schattendasein. Doch auch für den Antisemitismus lassen sich eklatante Schwächen der Kritik feststellen, die in subjektivistischen oder objektivistischen Vereinseitigungen ihren Ausdruck finden. Entweder wird die individuelle Freiheit hypostasiert und dabei die objektive Unfreiheit des gesellschaftlichen Zusammenhangs ausgeblendet. Oder aber der kritische Begriff der Totalität wird als ein analytischer verklärt, die wie auch immer begrenzte Freiheit der Individuen negiert und Antisemitismus und Antiziganismus somit als gesellschaftlich determiniert rationalisiert.

Dagegen sollen Antisemitismus und Antiziganismus im Vortrag als einander komplementäre Momente eines gesellschaftlichen Zusammenhangs begriffen werden, der sich gerade durch die individuelle Freiheit hindurch reproduziert, also auf die Zustimmung der Individuen zur Herrschaft baut. Beide sollen somit als bestimmte Formen wie sich Individuen unter Bedingungen der Herrschaft freiwillig vergesellschaften und vergesellschaftet werden, als bestimmte Formen negativer Vergesellschaftung gefasst werden und die Dichotomie von Subjektivismus und Objektivismus darin eine Aufhebung finden. Im Vortrag wird es daher nicht darum gehen, Antisemitismus und Antiziganismus als isolierte Phänomene zu betrachten und einen äußerlichen Vergleich anzustellen. Vielmehr ist es das Ziel, beide als Prototypen moderner Vergesellschaftung kenntlich zu machen und zumindest fragmentarisch anzudeuten, wie sie gewissermaßen den Schlüssel für eine Kritik der Gesellschaft in ihrem durch die Individuen affirmierten Zerfall, ihrer Irrationalität und ihrem destruktiven Potential darstellen.

Vortrag und Diskussion mit Nico Bobka
02.03.2012 | 20 Uhr
linXXnet | Bornaische Straße 3d | 04277 Leipzig

BAK Shalom: Gegen Solidarität mit Unterdrückung!

Einige Bundestagsabgeordnete von DIE LINKE haben einen Aufruf mit dem Titel „Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!“ unterzeichnet. Im Aufruf heißt es unter anderem:

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Der „Große Abend“ ist vorbei. Verpasst? Nur halb so schlimm!

Wir bedanken uns bei unseren zahlreichen Besucher_innen beim Großen Abend der Verschwöungstheorien und hoffen, allen hat das ganze so viel Spaß bereitet wie uns und einiges an Erkenntnis ist auch dabei herausgesprungen. Für diejenigen, welche nicht dabei sein konnten (oder: nocheinmal hören/sehen wollen), haben wir hier wie versprochen einige der vorgeführten Programmpunkte aufgelistet und verlinkt:

Au­dio­vor­trag – Wall­s­treet, West­bank, Welt­ver­schwö­rung. Über den Zu­sam­men­hang von Ver­schwö­rungs­theo­ri­en und An­ti­ame­ri­ka­nis­mus
Der aufgezeichnete Vortrag inklusive Diskussion findet sich hier beim audioarchiv

Audio: Olaf Schu­bert – Die ge­hei­me Welt­re­gie­rung
Den 5-Minütigen Anruf bei der „geheimen Weltregierung“ gibt’s hier bei Youtube

Video: Die Na­zi-​Ufos, der 3. Sar­gon und Mar­duks Speer
Den völlig abgedrehten Nazi-Ufo-Esoterik Clip findet ihr ebenfalls bei Youtube
der Clip ist ein Zusammenschnitt einer längeren „Dokumentation“ und bietet vollumfängliches Trash-Programm: Wirre Mythologie, Nazi-Ufos, Wagner-Musik, Neuschwabenland uvm.

Die 9/11-​Ver­schwö­rung bei South Park
Die 9/11-Verschwöungstheorien karikierende Folge von South Park heißt „Mystery of the Urinal Deuce“ und ist die 9. Folge in der 10. Staffel. Wo so etwas zu finden isst, wisst ihr so gut wie wir.
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Al­u­helm Bas­tel­wett­be­werb + Preis­ver­lei­hung
Über 15 Aluhelme (klassisch, Prinzessin, Modell „Preußen“, uvm.) wurden gebastelt, getragen und 2 haben letztlich den 1. Platz belegt.

Film und Kurz-​In­put: Die Murm­ansk-​Ver­schwö­rung
Der Clip eines russischen Filmemachers konstruiert bewusst eine Verschwörung rund um Klimawandel und Atomeisbrecher in der russischen Stadt Murmansk. Ziel des Films, der sich am Ende „outet“, war die Funktionsweise und Wirkmächtigkeit verschwörungstheoretischer Clips anhand einer frei Erfundenen „Verschwörung“ zu verdeutlichen. Den Film gibt’s ebenfalls bei Youtube (10:00 min., russisch, englische Untertitel)

Vor­trag: Kri­tik des Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen Den­kens
Leider nicht aufgezeichnet, aber wir haben fest vor, weitere Veranstaltungen (unter anderem einen längeren Vortrag) zu organisieren.

Film: Das Loch (Bern­stein­zim­mer)
Leider nicht online verfügbar. (Jedenfalls haben wir ihn nicht gefunden)

Die große Quiz­show! 3×10 Fra­gen
Das Quiz werdet ihr demnächst hier auf der Website nachspielen können und euer Wis­sen über die wirk­lich wahre Wahr­heit testen!

Audio & Bericht: „Die Linken, die Islamkritik und die Suche nach einer Position“

Der LAK Shalom Brandenburg stellt auf seiner Website den Mitschnitt und einen Bericht zu der Veranstaltung „Ob du wirklich richtig stehst… – die Linken, die Islamkritik und die Suche nach einer Position“ zu Verfügung.

Die Ver­an­stal­tung knüpf­te an Flo­ris Bis­kamps Vor­trag „Feind­bild Islam?“ vom An­fang die­ses Jah­res an (der auch in Sachsen stattgefunden hat):

Hier setz­te Ma­gnus Hen­ning an und er­klär­te, dass es durch­aus klare Merk­ma­le gibt, um einen Un­ter­schied zu er­ken­nen: So zielt das Res­sen­ti­ment dar­auf ab, Men­schen über Ka­te­go­ri­en wie Eth­nie oder Re­li­gi­on be­stimm­te un­ver­än­der­li­che Ei­gen­schaf­ten oder Mei­nun­gen zu­zu­schrei­ben. Die Kri­tik hin­ge­gen er­mög­licht es den Kri­ti­sier­ten, sich zu ihr zu ver­hal­ten. „Ent­we­der zie­len die Ar­gu­men­te auf den un­ter­drü­ck­eri­schen Cha­rak­ter der is­la­mi­schen Ideo­lo­gie oder alles, was da über den Islam zu­sam­men­ge­tra­gen wird, ver­dich­tet sich zu einer eth­nop­lu­ra­lis­ti­schen Ar­gu­men­ta­ti­on gegen die Mi­gra­ti­on“, so Hen­ning.

Zum Mitschnitt und Bericht des Vortrags geht es hier.

Der große Abend der Verschwörungstheorien

Wir laden ein, zum „Großen Abend der Verschwörungstheorien“ am 15.10.2011 ab 15:00 Uhr.

Verschwörungstheorien und verschwörungsideologisches Denken haben Hochkonjunktur. „Kritische“ Websites, „Dokumentationsfilme“, „Enthüllungsliteratur“ und anderer Unfug sprießt aus dem Boden, überflutet Buchhandlungen und wird auch von größeren Publikationen zunehmend unkritsch rezipiert oder wiedergegeben. Oftmals verläuft die Grenze zwischen gefährlicher Ideologie, offensichtlichem Unfug und billiger Unterhaltung fließend. Grund genug für uns, sich kritisch – aber auch mal mit einem Hauch Humor – mit Verschwörungstheorien auseinanderzusetzen. Wir laden daher ein zum GROSSEN ABEND DER VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN.

Programm:

  • 15:00 Audiovortrag
    Wallstreet, Westbank, Weltverschwörung. Über den Zusammenhang von Verschwörungstheorien und Antiamerikanismus
  • 16:00 Pause
  • 16:30 Hörspiel & Video
    Audio: Olaf Schubert – Die geheime Weltregierung
    Video: Die Nazi-Ufos, der 3. Sargon und Marduks Speer
  • 16:45 Film: Die 9/11-Verschwörung bei South Park
  • 17:15 Aluhelm Bastelwettbewerb
  • 17:45 Preisverleihung beim Bastelwettbewerb
  • 18:00 Film und Kurz-Input: Die Murmansk-Verschwörung
  • 18:45 Pause
  • 19:00 Vortrag: Kritik des Verschwörungsideologischen Denkens
  • 20:30 Pause
  • 21:00 Film: Das Loch (Bernsteinzimmer)
  • 22:30 Die große Quizshow! 3×10 Fragen
    Teste dein Wissen über die wirklich wahre Wahrheit!
  • 00:00 Party! mit DJ Arilea
  • Verschwörungstheoretische Konferenz bei Leipzig

    Für den 10. September planen Verschwörungsideologen eine Konferenz mit dem Titel „Inside 9/11″ in Leipzig-Schkeuditz. Die Konferenz ist in der Bundesrepublik die größte ihrer Art rund um den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001. In Karlsruhe wird am 10. September zudem eine Demonstration unter dem Titel „Für die Opfer und die Wahrheit“ stattfinden. Bereits im vergangen Jahr zogen mehrere Spinner unter dem Slogan „Elfter September – inszenierter Terror!“ und „Wer wirft die Bomben? Bush, Bush, Bush“ durch die Karlsruher Innenstadt. Eine weitere Demonstration ist für den 11. September in Hamburg geplant.

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    Mobiveranstaltung in Leipzig

    Am 15.08. findet in Leipzig eine Infoveranstaltung des LAK Shalom Sachsen zum Al-Quds-Tag 2011 und der Gegenmobilisierung statt. Als Gäste haben wie die Berliner Genoss_innen von der Emanzipativen Antifaschistischen Gruppe (EAG) eingeladen, die uns mittels kleiner Präsentation berichten werden, was in Berlin am 27.08. passieren wird. Die EAG ist Teil des Bündnisses gegen den Al-Quds-Tag. Auf der Infoveranstaltung wird’s außerdem Infos zur Anreise aus Sachsen/Leipzig geben.

    Infoveranstaltung:
    No Al-Quds-Tag | Montag | 15.08.2011 | 19:00 Uhr
    linXXnet | Bornaische Str. 3d