Archiv für März 2010

Ist Kritik an der heutigen Politik Israels antisemitisch?

Innerhalb der Partei Die LINKE gibt es ein Netzwerk von Mitgliedern, das gezielt an der Demontage linker Positionen arbeitet und zu dem Spektrum der sogenannten „Antideutschen“ gehört. Die „Antideutschen“ sind eine nach der Wiedervereinigung aus der radikalen Linken hervorgegangene Strömung, die angesichts einer Welle fremdenfeindlicher Gewalt und eines erstarkten Nationalismus eine Art Vierten Reiches befürchtete. Antisemitismus sei den Deutschen wesentlich und daher als Hauptwiderspruch zu begreifen. Als Gegenentwurf bezieht man sich auf die antideutsche Koalition der Alliierten im Zweiten Weltkrieg und auf den Staat Israel als Konsequenz aus dem Holocaust. Dies führte zu ungewohnten Bildern: „Linksradikale“ liefen nun auf einmal mit USA-Fahnen auf Demonstrationen herum und forderten unbedingte Solidarität mit Israel ein. So konnten wir Mitte März in diversen Zeitungen und Onlineportalen lesen.

Ein Thema worüber im sächsischen Jugendverband der LINKEN genau wie innerhalb der Partei DIE LINKE gestritten wird. Deshalb haben wir uns entschieden, am 30.April 2010 um 18 Uhr im Görlitzer Büro der LINKEN einen Red Infopoint zu diesem Thema durchzuführen. Dafür haben wir Referent_innen aus Dresden eingeladen, die uns ihre jeweiligen Standpunkte näher bringen wollen. Nach den Eingangsstatements wird es sicherlich eine interessante und spannende Diskussion geben.

Alle interessierten GenossInnen und SympathisantInnen sind herzlich eingeladen.

Offener Brief gegen Antisemitismus

Mehre Mitglieder und Sympathisant_innen der Linksjugend [’solid] äußern sich in einem Offenen Brief zu den Statements verschiedener Akteur_innen der Partei DIE LINKE in der Zeitung „Junge Welt“:

Offener Brief zu Stellungnahmen von Politiker_innen der LINKEN in der Zeitung »Junge Welt« zur Absage einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Am 23.02. erschien in der Tageszeitung »Junge Welt« ein Bericht über die Absage einer Veranstaltung mit Norman Finkelstein unter dem Titel »Ein Jahr nach dem Überfall der israelischen Armee auf Gaza. Die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung«. Nicht genug, dass im Veranstaltungstitel von einem »Überfall« gesprochen wird und damit einerseits einer objektiven Beurteilung der Militäroperation Israels bereits von vornherein der Weg versperrt wird. Weiterhin suggeriert der Titel einen militärisch völlig unbegründetem Angriff – was jeder/m aufmerksamen Beobachter_in als Absurdität erscheinen muss.

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