Archiv für November 2009

Grundsatzerklärung des BAK Shalom

Die Gründung einer Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus innerhalb des Jugendverbandes Linksjugend [’solid] ist seit langem überfällig. Die Linke in Deutschland hat diese Themen nie als zentralen Bestandteil ihrer Gesellschaftskritik gesehen.
Die Entwicklungen der letzten Jahre, besonders nach den islamistischen Anschlägen in New York City am 11. September 2001, haben die Virulenz deutlich werden lassen, sich genau mit den Themen unseres Bundesarbeitskreises zu beschäftigen. Entgegen ihrer Selbsteinschätzung war die Linke nie gefeit vor regressivem Denken.

Gesamtgesellschaftlich gibt es einen erschreckend hohen Prozentsatz an antisemitisch eingestellten Personen aus allen politischen Lagern und in der Mitte der Gesellschaft. Der Antisemitismus ist eine Ideologie, die aus einer kapitalistisch strukturierten Gesellschaft entsteht. Er bietet eine ideologische Welterklärung und erfüllt das Bedürfnis nach einfachen Antworten. Die komplexen, abstrakten kapitalistischen Verhältnisse werden personifiziert und die Juden als individuell Verantwortliche für die Verwerfungen der Moderne ausgemacht.

Die Personifizierung zeigt sich beispielsweise in den Kampagnen gegen so genannte „Heuschrecken.“ Nicht zuletzt in der Linken und im gewerkschaftlichen Spektrum wird auf diese Weise gegen das Finanzkapital gewettert. Dies verkennt die widersprüchliche Totalität kapitalistischer Vergesellschaftung und zerreißt den Zusammenhang zwischen Produktions- und Zirkulationssphäre, was an die Trennung zwischen „raffendem“ und „schaffendem“ Kapital erinnert, die von den Nationalsozialisten vorgenommen wurde. Derartigen Tendenzen innerhalb der Linken ist entschieden entgegen zu treten.

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Wir sind da…

[folgt…]